Plötzlich taucht ein roter, kreisförmiger Fleck auf der Haut auf – und man fragt sich, was das eigentlich sein könnte. In vielen Fällen steckt eine Ringelflechte dahinter. Der Name klingt vielleicht etwas beunruhigend, aber keine Sorge: Diese Erkrankung ist zwar ansteckend, aber gut behandelbar. In diesem Artikel erklären wir dir, worum es sich dabei genau handelt, wie man sie erkennt, wie sie übertragen wird – und was man dagegen tun kann.
Was ist Ringelflechte überhaupt?
Die Ringelflechte – medizinisch als Tinea corporis bezeichnet – ist eine Pilzinfektion der Haut. Trotz des Wortes Flechte im Namen hat sie nichts mit Flechten im botanischen Sinne zu tun. Und trotz des Wortes Ringel steckt kein Wurm dahinter, wie manchmal irrtümlich angenommen wird.
Verursacht wird sie durch sogenannte Dermatophyten – das sind Fadenpilze, die sich von Keratin ernähren. Keratin ist ein Protein, das in unserer Haut, in Haaren und Nägeln vorkommt. Diese Pilze mögen es warm und feucht, weshalb Orte wie Schwimmbäder, Umkleidekabinen oder Fitnessstudios besonders risikoreich sind.
💡 Wusstest du? Der englische Name lautet Ringworm – also Ringwurm. Das ist irreführend, denn es handelt sich um einen Pilz, nicht um einen Parasiten. Der Name entstand, weil man die kreisförmigen Flecken früher fälschlicherweise einem Wurm zuschrieb.
Wie erkennt man eine Ringelflechte?
Das Erscheinungsbild ist ziemlich charakteristisch – wenn man weiß, worauf man achten soll. Etwa ein bis drei Wochen nach der Ansteckung zeigen sich erste Anzeichen auf der Haut:
- Kreisrunde oder ovale Flecken auf der Haut
- Ein deutlich sichtbarer, roter und leicht schuppiger Randring
- Die Mitte des Flecks wirkt oft blasser als der Rand
- Leichter bis mäßiger Juckreiz ist möglich
- Kleine Bläschen oder Pusteln können am Rand auftreten
Besonders häufig tritt die Ringelflechte an Armen, Beinen, am Rumpf oder im Gesicht auf. Bei Kindern ist sie oft am Körper zu sehen, bei Erwachsenen eher an den Gliedmaßen. Im schlimmsten Fall können sich mehrere Flecken gleichzeitig entwickeln und sogar ineinander übergehen – das passiert aber vor allem dann, wenn man zu lange mit der Behandlung wartet.
Wie wird Ringelflechte übertragen?
Die Ringelflechte ist ansteckend – das ist eine der wichtigsten Informationen. Sie kann auf verschiedenen Wegen von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch weitergegeben werden.
Direkter Hautkontakt mit einer infizierten Person ist der häufigste Übertragungsweg. Aber auch Haustiere wie Katzen und Hunde können die Pilze übertragen – besonders Katzen gelten als häufige Quelle. Man muss also nicht zwingend Kontakt zu einem anderen Menschen gehabt haben, um sich anzustecken.
Zusätzlich können kontaminierte Gegenstände eine Rolle spielen: gemeinsam benutzte Handtücher, Sportmatten, Kleidungsstücke oder sogar Kämme. Deshalb gilt: Dinge, die direkten Hautkontakt haben, sollten in der Erkrankungszeit nicht geteilt werden.
Ringelflechte behandeln – so geht’s richtig
Die gute Nachricht zuerst: Die Ringelflechte lässt sich in den meisten Fällen gut behandeln – und das oft direkt zuhause. Im Gegensatz zu anderen Hauterkrankungen verschwindet sie nicht von selbst, aber mit der richtigen Therapie ist sie innerhalb weniger Wochen überwindbar.
Cremes und Salben (topische Antimykotika): In den meisten Fällen reicht eine Creme aus der Apotheke aus. Wirkstoffe wie Clotrimazol, Terbinafin oder Bifonazol hemmen das Wachstum der Pilze und bekämpfen die Infektion direkt an der betroffenen Stelle. Wichtig: Die Creme sollte konsequent für die empfohlene Dauer aufgetragen werden – auch wenn die Symptome schon verschwunden scheinen. Wer zu früh aufhört, riskiert einen Rückfall.
Tabletten bei schweren Fällen: Wenn der Ausschlag großflächig ist oder die Creme nicht ausreicht, kann ein Dermatologe oral wirkende Antimykotika verschreiben. Diese sind stärker, aber auch mit mehr möglichen Nebenwirkungen verbunden – deshalb sollte das nur nach ärztlicher Absprache geschehen.
Wann zum Arzt? Wenn nach zwei Wochen Behandlung keine Besserung eintritt, die Flecken sich weiter ausbreiten, oder wenn du zu einer Risikogruppe gehörst (geschwächtes Immunsystem, Diabetes), solltest du auf jeden Fall einen Hautarzt aufsuchen.
Was ist mit Hausmitteln?
Im Internet kursieren viele Tipps zu Hausmitteln – Teebaumöl, Apfelessig, Knoblauch und mehr. Diese können in bestimmten Fällen unterstützend wirken, sind aber kein Ersatz für eine richtige Behandlung. Teebaumöl beispielsweise hat nachweislich antifungale Eigenschaften, sollte aber nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden.
Generell gilt: Hausmittel können die Symptome lindern, aber Pilzinfektionen brauchen eine gezielte antimykotische Behandlung. Verlasse dich bei einer klaren Diagnose nicht allein auf Hausmittel.
Wie kann man sich schützen?
Ganz verhindern lässt sie sich nicht immer, aber man kann das Risiko deutlich senken:
- Handtücher, Kleidung und Sportausrüstung nicht mit anderen teilen
- In öffentlichen Duschen und Umkleidekabinen Badeschuhe tragen
- Haustiere bei Verdacht auf Pilzbefall tierärztlich behandeln lassen
- Die Haut trocken halten – Pilze mögen Feuchtigkeit
- Nach dem Sport duschen und Sportkleidung sofort waschen
Häufige Fragen zur Ringelflechte (FAQ)
Ist Ringelflechte gefährlich?
In den meisten Fällen ist sie harmlos und gut behandelbar. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann sie sich tiefer in die Haut oder auf andere Körperstellen ausbreiten – dann ist ärztliche Hilfe besonders wichtig.
Wie lange dauert die Behandlung?
Mit einer Antimykotika-Creme dauert die Behandlung in der Regel zwei bis vier Wochen. Auch wenn der Ausschlag früher verschwindet, sollte man die Therapie bis zum Ende durchführen, um einen Rückfall zu vermeiden.
Kann ich mit Ringelflechte arbeiten oder Sport treiben?
Ja, solange du darauf achtest, die betroffenen Hautstellen bedeckt zu halten und engen Körperkontakt mit anderen zu vermeiden. Bei Kontaktsportarten wie Ringen oder Judo solltest du besser warten, bis die Infektion abgeheilt ist.
Kann Ringelflechte immer wieder kommen?
Ja, eine überstandene Ringelflechte hinterlässt keine dauerhafte Immunität. Wer erneut mit den Pilzen in Kontakt kommt, kann sich wieder infizieren. Deshalb sind die oben genannten Vorbeugungsmaßnahmen langfristig sinnvoll.
Fazit: Lästig – aber kein Grund zur Panik
Die Ringelflechte ist eine häufige, gut erkennbare und gut behandelbare Pilzinfektion. Wer die typischen Zeichen kennt, kann früh reagieren und eine schnelle Heilung unterstützen. Wichtig ist vor allem: nicht abwarten, konsequent behandeln und auf Hygiene achten, um andere nicht anzustecken.
Wenn du unsicher bist oder die Beschwerden sich trotz Behandlung nicht bessern, scheue dich nicht, einen Hautarzt aufzusuchen. Eine frühe, richtige Diagnose spart Zeit – und unnötiges Kratzen.
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